Das Urteil auf einen Blick
| Klischee | Urteil |
|---|---|
| Die Pariser tragen Baskenmützen | Falsch |
| Sie schlendern mit einem Baguette unterm Arm | Wahr |
| Die Pariser sind unfreundlich | Falsch |
| Alle sprechen Englisch, oder niemand | Kommt drauf an |
| Jeden Morgen ein Croissant zum Frühstück | Kommt drauf an |
| Paris ist schmutzig | Kommt drauf an |
| Das Leben von Emily in Paris | Falsch |
| Vor 20 Uhr isst man nie zu Abend | Kommt drauf an |
| Cafés gibt es überall | Wahr |
| Kellner ignorieren einen | Kommt drauf an |
| Alle rauchen | Falsch |
| Paris leert sich im August | Kommt drauf an |
Urteile Stand Oktober 2026 auf Grundlage der unten genannten Fakten.
1. Die Pariser tragen Baskenmützen: falsch
Urteil: Falsch. Die Baskenmütze ist eine traditionelle Kopfbedeckung aus dem Südwesten Frankreichs, verbunden mit dem Béarn und dem Baskenland, und kein Pariser Markenzeichen. Auf den Straßen der Hauptstadt sieht man sie selten, meist bei älteren Menschen oder als Modeaccessoire; Touristen tragen sie häufiger als Einheimische. Das Klischee verdankt viel den Plakaten und Postkarten des letzten Jahrhunderts. Tipp: Wenn Sie eine als Souvenir kaufen, lacht kein Pariser darüber, aber rechnen Sie nicht damit, unauffällig zu bleiben.
2. Das Baguette unterm Arm: wahr

Urteil: Wahr. Laut Observatoire du Pain werden in Frankreich 320 Baguettes pro Sekunde gegessen, mehr als 6 Milliarden pro Jahr, im Schnitt etwa ein halbes Baguette pro Person und Tag. Das handwerkliche Know-how rund um das Baguette steht seit 2022 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Man sieht also tatsächlich Pariser mit dem Brot unterm Arm nach Hause gehen, vor allem am Ende des Tages. Tipp: Gehen Sie zum Bäcker im Viertel, bestellen Sie eine « tradition » statt eines gewöhnlichen Baguettes und lesen Sie unsere besten Bäckereien in Paris.
3. Die Pariser sind unfreundlich: falsch
Urteil: Falsch, mit Einschränkung. Die Pariser leben in einer dichten Großstadt mit schnellem Rhythmus und lächeln Fremde auf der Straße nicht immer an; das ist Zurückhaltung, keine Unhöflichkeit. Die Höflichkeitsregeln sind nur ein wenig anders: Man sagt beim Betreten eines Geschäfts « Bonjour », bevor man etwas wünscht, und beim Verlassen « Merci, au revoir ». Wer das auslässt, wirkt unhöflich. Tipp: Erst grüßen, dann fragen, und die meisten Begegnungen werden herzlich. Details finden Sie in unserem Guide zu Regeln und Etikette in Paris.
4. Alle sprechen Englisch, oder niemand: kommt drauf an
Urteil: Kommt drauf an. Laut EF English Proficiency Index 2025 liegt Frankreich weltweit auf Platz 38 mit einem „mäßigen“ Englischniveau (Wert 539), elf Plätze besser als im Vorjahr; der Test ist freiwillig und daher nur ein grober Anhaltspunkt. In Hotels, Museen und Touristenrestaurants ist Englisch weit verbreitet; in einem Viertelcafé, beim Bäcker oder am Behördenschalter deutlich weniger. Tipp: Beginnen Sie mit « Bonjour, parlez-vous anglais ? » statt gleich auf Englisch loszulegen: Die Mühe wird geschätzt, und das Gespräch beginnt besser.
5. Jeden Morgen ein Croissant zum Frühstück: kommt drauf an

Urteil: Kommt drauf an. Viele Pariser frühstücken werktags schnell (Kaffee, Brot mit Aufstrich, Müsli, Joghurt) und heben sich das Croissant fürs Wochenende oder einen besonderen Anlass auf. Dagegen bleiben Croissant und Kaffee an der Theke eines Cafés oder aus der Bäckerei ein sehr verbreitetes Ritual für alle, die in der Nähe ihres Wohnorts arbeiten. Tipp: Für ein gutes Frühstück wählen Sie eine Bäckerei, die ihr Feingebäck vor Ort herstellt, und probieren ein Buttercroissant (« au beurre »); unsere Auswahl steht in den besten Bäckereien in Paris.
6. Paris ist schmutzig: kommt drauf an
Urteil: Kommt drauf an. Die städtischen Dienste reinigen die Straßen, doch eine dichte Hauptstadt mit Millionen Besuchern hat unweigerlich überquellende Mülleimer, schmutzige Gehwege nach einem Markt oder einer Wochenendnacht und einige Viertel, die stärker betroffen sind als andere. Der Eindruck wechselt stark von einem Arrondissement zum nächsten, und oft genügt es, einen Boulevard zu überqueren, um den Unterschied zu sehen. Tipp: Schauen Sie ebenso nach oben wie nach unten: Fassaden, Dächer und Parks prägen das Bild der Stadt mit. Zu weiteren Fragen der Sicherheit lesen Sie unseren Guide Ist Paris sicher?.
7. Das Leben von Emily in Paris: falsch
Urteil: Falsch. Die Serie ist Fiktion: Die Kulissen sind echte Pariser Orte, doch Wohnung, Arbeitsrhythmus und Gesellschaftsleben der Heldin sind keineswegs repräsentativ für das Leben eines Einwohners. Die Pariser fahren meist mit der Metro, essen mittags oft in der Nähe ihres Büros und leben nicht in einer Postkartenkulisse. Tipp: Nutzen Sie die Serie als Karte von Orten zum Besuchen, nicht als Gebrauchsanweisung; unsere Liste in Paris gedrehte Filme und Serien zeigt, welche Adressen man tatsächlich sehen kann.
8. Vor 20 Uhr isst man nie zu Abend: kommt drauf an
Urteil: Kommt drauf an. Die Pariser essen eher zwischen 19.30 und 21 Uhr zu Abend, und viele Restaurants öffnen nach der Nachmittagspause um 19 oder 19.30 Uhr wieder fürs Abendessen. Ein Tisch um 18 Uhr ist in Brasserien und Touristenrestaurants oft möglich, doch dann gehören Sie womöglich zu den allerersten Gästen. Viele Familien mit Kindern essen früher zu Hause. Tipp: Reservieren Sie, besonders am Wochenende, und prüfen Sie die Zeiten des Abendservices vor dem Losgehen, denn viele Adressen schließen zwischen den Services.
9. Cafés gibt es überall: wahr

Urteil: Wahr. Cafés und Terrassen gehören in den meisten Vierteln zum Stadtbild: Man trinkt einen Espresso an der Theke, trifft Freunde, liest die Zeitung. Terrassen in berühmter Kulisse kosten mehr als Viertelcafés: Man bezahlt die Umgebung ebenso wie die Tasse. Tipp: Ein Kaffee im Stehen an der Theke kostet in der Regel weniger als im Gastraum oder auf der Terrasse; unsere Adressen finden Sie in den besten Cafés in Paris.
10. Kellner ignorieren einen: kommt drauf an
Urteil: Kommt drauf an. Der französische Service ist weniger demonstrativ: Der Kellner schaut nicht alle fünf Minuten nach Ihnen, bringt die Rechnung nicht von sich aus und geht davon aus, dass Sie so lange am Tisch bleiben können, wie Sie möchten. Das ist keine Gleichgültigkeit, sondern eine andere Art, Gäste in Ruhe zu lassen. Tipp: Suchen Sie Blickkontakt, heben Sie die Hand oder sagen Sie « S'il vous plaît », und bitten Sie um die Rechnung, wenn Sie bereit sind. Der Service ist im Preis enthalten: Lesen Sie unseren Guide zum Trinkgeld in Frankreich und, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, Touristenfallen in Restaurants.
11. Alle rauchen: falsch
Urteil: Falsch. Laut dem Barometer von Santé publique France gaben 2024 24 % der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren an zu rauchen, 17,4 % davon täglich, der niedrigste jemals gemessene Wert. In den Pariser Parks und Gärten ist Rauchen seit dem 29. Juni 2025 verboten, ebenso in geschlossenen Räumen und auf geschlossenen Terrassen; offene Terrassen bleiben erlaubt. Das Bild verqualmter Terrassen entspricht also an sehr vielen Orten nicht mehr der Wirklichkeit. Tipp: Wenn Rauch Sie stört, wählen Sie einen Tisch drinnen oder die richtige Seite der Terrasse; alle Regeln stehen in unserem Guide Darf man in Paris rauchen?.
12. Paris leert sich im August: kommt drauf an
Urteil: Kommt drauf an. Ein Teil der Pariser verreist im Sommer, manche Geschäfte im Viertel, unabhängige Restaurants und Bäckereien schließen für ein bis vier Wochen, und die Wohnviertel sind ruhiger. Doch die Stadt leert sich nicht: Touristen kommen, Museen und große Sehenswürdigkeiten bleiben geöffnet, und Paris Plages öffnet die Seine-Ufer. Tipp: Prüfen Sie die Sommeröffnungszeiten bestimmter Adressen, bevor Sie losgehen; Wetter, Veranstaltungen und Schließungen finden Sie in unserem Guide Was tun in Paris im August.
Weiterführende Informationen
Klischees machen Spaß, aber am besten überprüft man sie bei einem Spaziergang. Zur Vorbereitung Ihres Aufenthalts lesen Sie Regeln und Etikette in Paris, Ist Paris sicher? und die besten Cafés in Paris. Fakten Stand Oktober 2026.




